Konzept

 

 

Kinder von Strafgefangenen im Alter zwischen 7 und 13 Jahren (in NRW zwischen 7 und 14 Jahren) sollen auf einem Zeltlager eine Woche Abenteuerurlaub geschenkt bekommen.

 

Die Haft eines Elternteils betrifft auch die Kinder.

 

Ein Elternteil fehlt. Nicht nur, dass die Kinder diese vermissen, häufig ist eine Haft auch mit wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen für die Familien verbunden. Nicht selten distanzieren sich Freunde oder sogar Familienmitglieder. Diese Kinder tragen oft ein bedrückendes Geheimnis mit sich herum, das ihren Alltag erheblich mitbestimmt. Unser Projekt möchte ihnen mindestens einmal im Jahr eine besondere Freizeit anbieten. Es wird ein geschützter Rahmen mit wertschätzendem Umgang und einem Programm, das darauf abzielt, das Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken, angeboten. Da es sich bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausschließlich um Kinder mit einem inhaftierten Elternteil handelt, fällt das Stigma dieser „Sonderrolle“ aus und andere Erfahrungen werden möglich. Daher werden Aspekte rund um das Thema Haft von uns aus nicht aktiv angesteuert. Wir sind diesbezüglich zurückhaltend, aber wach und rechnen damit, dass einige Kinder von sich aus darüber reden möchten. Die Mitarbeiter sind darauf vorbereitet und geschult, sodass die Kinder auch mit diesem Thema willkommen sind und gut begleitet werden.



Die Verantwortung der Eltern stärken.

 

Werden Mütter oder Väter inhaftiert, sind sie allein durch ihre Abwesenheit nur eingeschränkt in der Lage ihre Verantwortung für das Kind umfangreich wahrzunehmen. Wir möchten Strafgefangene gezielt dazu ermuntern und dazu befähigen, ihren Kindern etwas Gutes zu tun. Für die Anmeldung setzen wir auf die Initiative der Inhaftierten. Aber auch andere Bezugspersonen können die Initiative ergreifen und Kinder auf das Angebot aufmerksam machen.

Nicht selten erlebt der nichtinhaftierte Elternteil die Situation der Haft als Überforderung, weil er nun alles alleine stemmen muss. Auch sie sollen profitieren. Das Indianer Camp soll ein Geschenk sein. Es ist kostenfrei und auch bei der Organisation der Anreise sind wir -wenn nötig-  behilflich.

 



Wir wollen diesen Kindern gute Erfahrungen für ihre Entwicklung ermöglichen.

 

Nach unserer Auffassung ist ein gestärktes Selbstbewusstsein eine wichtige Voraussetzung für eine positive und gesunde Entwicklung, besonders wenn Kinder mit schwierigen Erfahrungen konfrontiert werden. Wir möchten daher ein gesundes Selbstbewusstsein fördern, Kindern die Möglichkeit geben, ihre Stärken zu entdecken und Erfahrung zu machen, wie sie ihr Leben in guter Weise gestalten können. Dazu brauchen sie entsprechenden Spielraum, Bestätigung und die Möglichkeit sich einmal in einer ganz neuen Rolle auszuprobieren.

 



Die Kinder ein Stück begleiten.

 

Im Team arbeiten unterschiedliche ehrenamtliche Mitarbeiter aus verschiedenen Berufen mit. Neben Sozialarbeitern, Pastoren und Pädagogen haben wir ganz bewusst auch „ganz gewöhnliche“ Berufsgruppen dabei. Alle Mitarbeitenden sind ausführlich und gezielt für diese Aufgabe geschult. Wir möchten mit den Kindern zusammen Erlebnisse sammeln und ihnen dabei vorleben, wie man gut auf die eigenen Grenzen achten kann und gleichzeitig die der anderen respektiert. Dazu brauchen sie Grundwerte des menschlichen Miteinanders, die wir den Kindern nahebringen.

 

 



Wer dahintersteckt.

 

Das Projekt wird je nach Bundesland von verschiedenen Trägern der freien Jugendhilfe organisiert und durchgeführt, die in enger Kooperation zueinander stehen. Die jeweiligen pädagogischen Konzepte und Kinderschutzrichtlinien sind Grundlage unserer Arbeit. Wir möchten Werte leben und vermitteln, die nach unserer Auffassung als Christen dem Leben gut tun. Wir möchten gesundes Vertrauen fördern, Gerechtigkeit erlebbar machen und Verantwortung einüben.

 



Das Indianer Camp.

 

Konkret erwartet die Kinder eine Woche, in der sie in kleinen Gruppenzelten oder Tipis schlafen und viele Abenteuer erleben. Etwa drei bis vier Kinder bilden gemeinsam mit ein bis zwei ehrenamtlichen Mitarbeitern ein Team und haben so einen intensiven Austausch und zugleich vertrauensvolle Bezugspersonen. Jeder Indianer im Camp bekommt für die Zeit einen eigenen Indianernamen und damit auch die Gelegenheit diesen mit der eigenen Persönlichkeit zu füllen. Mancher entdeckt vielleicht eine ganz neue Seite an sich. In der Camp-Gemeinschaft werden Themen angestoßen, wie sie auch im ganz normalen Leben vorkommen: Freundschaft, Streit, Verlässlichkeit, auch Gewalt, oder wie es ist, enttäuscht zu werden. Diese Themen werden in den Zeltgruppen aufgegriffen und vertieft. Vor allem aber gibt es was zu erleben. Der grobe Tagesablauf wiederholt sich in so einem Indianer Camp verlässlich. Die Kinder erleben ein abwechslungsreiches, erlebnis- und waldpädagogisches Programm, das von Geländespiel, über Mutproben, Feuermachen oder Reiten und Bogenschießen bis hin zu Nachtwanderungen oder Erkundungen reicht. In geplanten Workshops können individuell künstlerische, handwerkliche oder musikalische Fähigkeiten ausprobiert und die Ergebnisse gefeiert werden. Am Abend lädt natürlich ein Lagerfeuer ein. Die Kinder treffen auf Andere, die viele ihrer Erfahrungen teilen.

Auf Grundlage der Botschaft Christi möchten wir den Kindern Gutes tun, sie wertschätzen, stärken und in ihrer Entwicklung unterstützen. Bekenntniszwang gibt es nicht.  Dies wird erst recht nicht von den Kindern erwartet. Jede andere religiöse Heimat findet den gleichen Respekt. Der gemeinsame Rahmen ist das Indianer Camp.


Für Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.